Verstehen
Wie es mit der Commerzbank nach der EZB-Freigabe für die UniCredit weitergeht
Überblick
Nach der Zustimmung der EZB-Aufseher steht einer Mehrheitsübernahme der Commerzbank durch die italienische Großbank UniCredit kaum noch etwas im Weg. Die UniCredit darf ihre Beteiligung nun über die bisherige 30-Prozent-Schwelle hinaus ausbauen und strebt bis Jahresende rund 50 Prozent der Stimmrechte an. Während Experten einen neuen europäischen Bankenriesen entstehen sehen, befürchten Gewerkschaften wie ver.di den Abbau von bis zu 15.000 Arbeitsplätzen. Der Bund, der noch rund 13 Prozent an der Commerzbank hält, verhandelt unter anderem über Zusagen zum Hauptsitz in Frankfurt und den Schutz des Mittelstands.
Wichtige Punkte
- Die EZB-Aufseher haben der UniCredit die Erlaubnis erteilt, ihre Beteiligung an der Commerzbank ohne Limit nach oben aufstocken.
- Die UniCredit will bis zum Jahresende über rund 50 Prozent der Stimmrechte verfügen, sofern wettbewerbsrechtliche und aufsichtsrechtliche Verfahren abgeschlossen sind.
- Das fusionierte Geldhaus würde eine Bilanzsumme von 1,3 Billionen Euro erreichen.
- Gewerkschaften befürchten durch geplante Einsparungen und eine mögliche Zusammenlegung mit der HypoVereinsbank den Wegfall von bis zu 15.000 Arbeitsplätzen.
- Der Bund nutzt seine verbleibende Beteiligung von rund 13 Prozent, um Bedingungen wie den Erhalt des Hauptsitzes in Frankfurt und den Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen einzufordern.
