Verstehen
Ultraorthodoxe in Israel: Wehrpflicht spaltet die Gesellschaft
Überblick
Die Frage der Wehrpflicht für ultraorthodoxe Juden spaltet Israel tief und führt zu massiven Protesten sowie einer Zerreißprobe für die Politik. Nach Urteilen des Höchsten Gerichts sind bisherige Privilegien und Befreiungen vom Militärdienst gekippt worden, was auf heftigen Widerstand religiöser Führer und Gemeinschaften trifft. Angesichts von Personalmangel beim Militär fordert die säkulare Mehrheit Wehrgerechtigkeit, während pragmatische Stimmen für eine schrittweise und behutsame Integration plädieren.
Wichtige Punkte
- Das israelische Höchste Gericht hat die jahrzehntelangen Freistellungen ultraorthodoxer Männer vom Militärdienst gekippt.
- Führende Rabbiner wehren sich rigoros gegen den Wehrdienst und propagieren stattdessen eine spirituelle Front durch das Tora-Studium.
- Der Streit um die Wehrpflicht führt zu heftigen Straßenschlachten, Protesten und einer schweren Belastung für die Regierungskoalition.
- In der säkularen Bevölkerung wächst der Unmut über den akuten Personalmangel der Armee und die wirtschaftliche Last angesichts von Mehrfrontenkriegen.
- Der frühere Generalstabschef Gadi Eisenkot fordert als Herausforderer ein verbindliches Gesetz über einen nationalen Dienst für alle israelischen Staatsbürger.
- Einige pragmatische Stimmen innerhalb der ultraorthodoxen Gemeinschaft plädieren für eine schrittweise und konfliktfreie Integration von Haredim in den Sicherheitsapparat.
