Verstehen
Sicherheitsstudie warnt vor massivem Rückstand beim Schutz Kritischer Infrastrukturen in Deutschland
Überblick
Eine neue Sicherheitsstudie des Bonner Netzwerks AFCEA warnt, dass Deutschland beim Schutz Kritischer Infrastrukturen mehr als zehn Jahre zurückliegt. Als Hauptproblem werden mangelnde Abstimmungen, fehlende ressortübergreifende Lagebilder und Reibungsverluste zwischen Behörden, Militär und Betreibern identifiziert, wodurch in Krisen wertvolle Zeit verloren geht.
Wichtige Punkte
- Deutschland liegt laut der Studie beim Aufbau eines gesamtstaatlichen Sicherheitsökosystems in wichtigen Bereichen über zehn Jahre zurück.
- 61 Prozent der befragten Experten halten Deutschland in komplexen Krisenlagen für eingeschränkt handlungsfähig, 15 Prozent sogar für nicht handlungsfähig.
- Es fehlt an einem ressortübergreifenden Lagebild; Behörden und Organisationen arbeiten häufig in isolierten Strukturen ('Silos').
- Die Untersuchung fordert unter anderem verbindliche Mandate, bessere Datenverbindungen zwischen zivilen und militärischen Stellen sowie gemeinsame Krisenübungen.
- Insgesamt werden 30 konkrete Maßnahmen vorgeschlagen, um die Handlungskette bei Bedrohungen wie Drohnenangriffen oder Stromausfällen zu schließen.
